Se dein Konto ständig im Minus ist, kennst du das Gefühl: Du willst raus aus dem Dispo, aber irgendwie reicht das Geld am Monatsende nie, um wirklich aufzuholen.
Genau das ist das Problem beim Dispokredit: Er ist super praktisch, weil er sofort da ist, aber er wird schnell zur teuren Gewohnheit.
Wenn du gerade erst anfängst, dich mit Geld, Budget und Schulden zu beschäftigen, ist das kein Grund, dich schlecht zu fühlen. Viele rutschen in den Dispo, weil ungeplante Kosten kommen oder das Einkommen knapp ist.
Die gute Nachricht: Du kannst deinen Dispokredit ablösen, mit einem klaren Plan, kleinen Schritten und (wenn es sinnvoll ist) einer Umschuldung in einen günstigeren Kredit.
In diesem Artikel lernst du:
- Wie du einen Dispokredit zurückzahlen kannst
- Wie du deinen Dispo auflösen kannst
- Wie du langfristig aus dem Dispo rauskommst, ohne wieder reinzufallen
Was ist ein Dispokredit: und warum wird er so teuer?
Ein Dispokredit ist ein Kreditrahmen auf deinem Girokonto. Du kannst dein Konto bis zu einer bestimmten Grenze überziehen. Das passiert oft automatisch, ohne Antrag und ohne extra Vertrag.
Der Haken: Dispozinsen sind meistens deutlich höher als bei anderen Kreditarten. Und weil du keine feste Rate hast, bleibt dein Konto oft länger im Minus als geplant. Das führt dazu, dass du Monat für Monat Zinsen zahlst, ohne dass die Schuld wirklich kleiner wird.
Kurz gesagt: der dispo ist okay fürnotfälle, aber gefährlich als dauerlösung.
Wie kann ich einen Dispokredit zurückzahlen?
Wenn du deinen Dispo zurückzahlen willst, brauchst du vor allem eins: Kontrolle. Nicht über dein Leben – sondern über Zahlen. Das klingt trocken, ist aber der Wendepunkt.
1. Finde heraus, wie groß das Minus wirklich ist
Schau in deine Banking-App und notiere:
- Wie hoch ist dein Kontostand (z. B. -850 €)?
- Wie lange bist du schon im Minus?
- Gibt es Monate, in denen du kurz im Plus warst?
Allein diese Klarheit hilft dir, realistisch zu planen.
2. Mach eine Mini-Budget-Rechnung
Du brauchst keine Excel-Tabelle. Nimm einfach:
- Einnahmen (Gehalt, Nebenjob, Unterstützung)
- Fixkosten (Miete, Internet, Handy, Versicherungen)
- Variable Kosten (Essen, Drogerie, Freizeit)
Dann rechne: Einnahmen – Fixkosten = Betrag für Leben + Dispo-Abbau
Wichtig: Wenn am Ende „0“ oder „Minus“ rauskommt, ist das kein Fail – es zeigt nur, dass du zuerst an den Ausgaben oder am Einkommen drehen musst.
3. Lege eine feste Rückzahlrate fest
Ein typischer Fehler ist: „Ich zahle den Dispo irgendwann zurück.“
Besser: „Ich zahle jeden Monat X Euro zurück.“
Beispiele:
- Du bist 600 € im Minus → 50 € pro Monat → 12 Monate
- Du bist 1.200 € im Minus → 100 € pro Monat → 12 Monate
Tipp: Stell eine Dauerüberweisung direkt nach Gehaltseingang ein. Dann bezahlst du den Dispo, bevor das Geld „weg ist“.
4. Stoppe neue Schulden
Wenn du den Dispo zurückzahlst, aber nebenbei weiter reinrutschst, trittst du auf der Stelle. Zwei einfache Regeln helfen:
- Keine großen spontanen Käufe, solange du im Minus bist
- Wöchentliches Budget für variable Ausgaben festlegen (z. B. 60–90 €)
Wie kann ich meinen Dispokredit auflösen?
„Auflösen“ bedeutet: Der Dispo soll nicht mehr dein Normalzustand sein. Du willst wieder ein Konto, das dauerhaft im Plus bleibt.
Es gibt zwei Hauptwege:
1. Dispo mit einem Rückzahlplan abbauen
Das ist die beste Lösung, wenn:
-
dein Dispo nicht riesig ist
-
du deine Ausgaben im Griff bekommst
-
du realistisch monatlich zurückzahlen kannst
Vorteil: Du brauchst keinen neuen Kredit.
Nachteil: Es kann länger dauern, wenn du nur kleine Raten schaffst.
2. Dispokredit ablösen durch Umschuldung oder Ratenkredit
Das ist oft sinnvoll, wenn:
- dein Dispo hoch ist (z. B. mehrere Tausend Euro)
- du jeden Monat viele Zinsen zahlst
- du planbare Raten brauchst
Dann nimmst du einen Ratenkredit auf, zahlst damit deinen Dispo komplett aus und hast anschließend:
- festen Betrag pro Monat
- feste Laufzeit
- mehr Übersicht
Wichtig: Ein Kredit löst nur das Zinsproblem. Damit du nicht wieder in den Dispo rutschst, brauchst du zusätzlich ein Budget und ein System.
Wie schafft man es aus dem Dispo raus: ohne wieder reinzufallen?
Aus dem Dispo zu kommen ist nicht nur eine Rechenaufgabe, sondern auch eine Gewohnheitssache. Diese Strategien helfen besonders:
1) Baue ein kleines Polster auf
Viele rutschen in den Dispo, weil plötzlich etwas kaputt geht oder eine Rechnung kommt. Ein Mini-Notgroschen wirkt wie ein Schutzschild.
Starte klein:
- 10 € pro Woche
- oder 25 € pro Monat
Das fühlt sich wenig an, aber es verhindert neue Überziehungen.
2) Senke deine Fixkosten (wenn möglich)
Fixkosten sind oft der schnellste Hebel:
- Handyvertrag günstiger
- Streaming-Abos kündigen
- Strom- oder Internetanbieter wechseln
- Kontogebühren prüfen
Wenn du 30–50 € im Monat sparst, ist das fast eine extra Dispo-Rate.
3) Erhöhe dein Einkommen kurzfristig
Nicht jeder kann das sofort, aber manchmal geht’s:
- Nebenjob am Wochenende
- Babysitting / Nachhilfe
- Sachen verkaufen, die du nicht nutzt
- kleine Freelancer-Aufträge
Wenn du einmalig 200–400 € reinholst und direkt in den Dispo steckst, fühlst du sofort einen Unterschied.
4) Reduziere deinen Disporahmen (wenn du raus bist)
Klingt hart, hilft aber: Wenn du weißt, dass du schnell wieder in den Dispo rutschst, kann es sinnvoll sein, den Rahmen zu reduzieren. Dann ist der „automatische Kredit“ nicht mehr so leicht verfügbar.
Einen Dispokredit ablösen ist oft der Moment, in dem man zum ersten Mal wirklich Kontrolle über die eigenen Finanzen gewinnt. Du brauchst dafür keinen perfekten Plan, sondern einen realistischen.
Die wichtigsten Punkte:
- Verschaffe dir Klarheit über dein Minus und deine Ausgaben
- Zahle den Dispo mit einer festen Rate zurück (am besten automatisiert)
- Wenn die Zinsen dich auffressen, kann eine Umschuldung in einen Ratenkredit sinnvoll sein
- Baue ein kleines Polster auf, damit du nicht wieder in den Dispo rutschst
Wenn du das Schritt für Schritt machst, kommst du raus – und bleibst auch draußen.