Der Dispokredit ist bequem – aber teuer. Wer regelmäßig ins Minus rutscht, zahlt oft zweistellige Dispozinsen und verliert Monat für Monat Geld, ohne dass die Schulden wirklich weniger werden.
Die gute Nachricht: Mit ein paar klaren Schritten lässt sich der Dispo gezielt abbauen – und zwar ohne komplizierte Finanz-Tools.
In diesem Ratgeber finden Sie 7 praktische Tipps, um Ihren Dispo auszugleichen, Ihre Zinskosten zu senken und Ihr Girokonto dauerhaft wieder ins Plus zu bringen.
1) Dispozins prüfen: So teuer ist Ihr Minus wirklich
Bevor Sie handeln, brauchen Sie Klarheit:
- Schauen Sie im Online-Banking nach dem aktuellen Dispozins.
- Prüfen Sie, ob zusätzlich eine geduldete Überziehung möglich ist – diese ist oft noch teurer.
- Notieren Sie: Wie hoch ist Ihr Minus im Schnitt? Und wie lange sind Sie schon im Dispo?
Warum das hilft: Sobald Sie den echten Preis kennen, fällt es leichter, konsequent gegenzusteuern.
2) Sofort-Stopp für neue Schulden: Dispo einfrieren
Der wichtigste Schritt ist nicht „viel sparen“, sondern kein weiteres Minus aufzubauen.
- Reduzieren Sie variable Ausgaben für 30 Tage (z. B. Lieferdienste, spontane Onlinekäufe, Freizeitbudget).
- Pausieren oder kündigen Sie Abos, die Sie selten nutzen.
- Setzen Sie ein Wochenlimit für Konsum (bar oder über ein separates Unterkonto).
Ziel: Sie schaffen einen kleinen Überschuss, der direkt in die Dispo-Tilgung fließt.
3) Automatische Tilgung einrichten: Dispo abbauen ohne Willenskraft
Ein Dispo wird oft zur Falle, weil es keine feste Rate gibt. Machen Sie daraus eine „Rate“:
- Legen Sie direkt nach Gehaltseingang eine feste Umbuchung fest (z. B. 50–200 € – je nach Spielraum).
- Alternativ: Ein Dauerauftrag auf ein Unterkonto, das Sie nicht für Alltagseinkäufe nutzen.
Wichtig: Lieber klein anfangen und durchhalten, statt zu hoch ansetzen und wieder ins Minus rutschen.
4) Haushaltsbuch light: 10 Minuten pro Woche reichen
Sie müssen nicht jede Ausgabe perfekt tracken. Entscheidend ist, die großen Kostentreiber zu finden:
- Fixkosten: Miete, Strom, Versicherungen, Verträge
- Variable Kosten: Lebensmittel, Mobilität, Freizeit
- Unregelmäßige Kosten: Jahresbeiträge, Reparaturen, Nachzahlungen
Tipp: Einmal pro Woche kurz prüfen, ob Sie im Plan sind. So merken Sie früh, wenn es wieder Richtung Minus geht.
5) Dispo ablösen: Ratenkredit oder Rahmenkredit prüfen
Wenn Sie seit Monaten im Dispo hängen, lohnt sich oft eine Ablösung durch einen günstigeren Kredit.
Ratenkredit (klassisch)
- fester Zinssatz
- feste Laufzeit
- feste Monatsrate
- klares Ende der Schulden
Rahmenkredit (flexibel)
- funktioniert ähnlich wie Dispo
- oft günstiger
- aber nur sinnvoll, wenn Sie wirklich regelmäßig tilgen
Merksatz: Wenn Sie „dauerhaft im Minus“ sind, ist der Dispo fast nie die günstigste Lösung.
6) Dispo-Rahmen reduzieren: Schutz vor dem Rückfall
Klingt ungewohnt, wirkt aber stark: Ein hoher Dispo ist wie ein offenes „Notfallbudget“.
- Bitten Sie Ihre Bank, den Dispo schrittweise zu senken (zum Beispiel in Etappen).
- Ziel: Sie verhindern, dass ein kurzer Engpass wieder zur Dauerüberziehung wird.
Das ist besonders hilfreich, wenn der Dispo bisher „normal“ geworden ist.
7) Einnahmen erhöhen oder Kosten senken: ein Hebel reicht oft
Wenn die Rechnung dauerhaft nicht aufgeht, braucht es eine klare Stellschraube:
Schnelle Kostensenker
- Tarifwechsel bei Strom/Internet/Mobilfunk
- Versicherungen prüfen
- Abos und Mitgliedschaften reduzieren
Schnelle Zusatzeinnahmen
- Nebenjob (auch kurzfristig/temporär)
- Verkauf ungenutzter Dinge
- Rückzahlungen einfordern (z. B. Abos, Kautionen, zu viel gezahlte Gebühren)
Wichtig: Zusatzeinnahmen wirken nur, wenn sie nicht sofort wieder ausgegeben, sondern direkt zur Dispo-Reduzierung genutzt werden.
Bonus: Was tun, wenn die Bank den Dispo kürzt oder kündigt?
Banken können den Dispo reduzieren oder kündigen. Dann gilt:
- Priorisieren Sie lebenswichtige Zahlungen (Miete, Strom, Krankenversicherung).
- Sprechen Sie frühzeitig mit der Bank über eine Lösung (Rückführung, Ratenplan).
- Wenn es eng wird: Verbraucherberatung oder Schuldnerberatung kann helfen.
Dispo ausgleichen gelingt mit Plan – nicht mit Druck
Der Dispo wird teuer, wenn er zum Dauerzustand wird. Mit einem klaren Vorgehen können Sie ihn Schritt für Schritt abbauen:
- Zinsen prüfen und Dispo einfrieren
- automatische Tilgung einrichten
- Budget vereinfachen statt perfektionieren
- bei Dauerminus: günstigere Kreditlösung prüfen
- Rückfall verhindern durch Limits und Dispo-Reduktion