Dispo ausgleichen: 7 Tipps zur Reduzierung des Dispokredits

Die gute Nachricht: Mit ein paar klaren Schritten lässt sich der Dispo gezielt abbauen – und zwar ohne komplizierte Finanz-Tools.

Tempo de Leitura: 3 minutos
Dispo ausgleichen

Der Dispokredit ist bequem – aber teuer. Wer regelmäßig ins Minus rutscht, zahlt oft zweistellige Dispozinsen und verliert Monat für Monat Geld, ohne dass die Schulden wirklich weniger werden.

Die gute Nachricht: Mit ein paar klaren Schritten lässt sich der Dispo gezielt abbauen – und zwar ohne komplizierte Finanz-Tools.

In diesem Ratgeber finden Sie 7 praktische Tipps, um Ihren Dispo auszugleichen, Ihre Zinskosten zu senken und Ihr Girokonto dauerhaft wieder ins Plus zu bringen.

1) Dispozins prüfen: So teuer ist Ihr Minus wirklich

Bevor Sie handeln, brauchen Sie Klarheit:

  • Schauen Sie im Online-Banking nach dem aktuellen Dispozins.
  • Prüfen Sie, ob zusätzlich eine geduldete Überziehung möglich ist – diese ist oft noch teurer.
  • Notieren Sie: Wie hoch ist Ihr Minus im Schnitt? Und wie lange sind Sie schon im Dispo?

Warum das hilft: Sobald Sie den echten Preis kennen, fällt es leichter, konsequent gegenzusteuern.

2) Sofort-Stopp für neue Schulden: Dispo einfrieren

Der wichtigste Schritt ist nicht „viel sparen“, sondern kein weiteres Minus aufzubauen.

  • Reduzieren Sie variable Ausgaben für 30 Tage (z. B. Lieferdienste, spontane Onlinekäufe, Freizeitbudget).
  • Pausieren oder kündigen Sie Abos, die Sie selten nutzen.
  • Setzen Sie ein Wochenlimit für Konsum (bar oder über ein separates Unterkonto).

Ziel: Sie schaffen einen kleinen Überschuss, der direkt in die Dispo-Tilgung fließt.

3) Automatische Tilgung einrichten: Dispo abbauen ohne Willenskraft

Ein Dispo wird oft zur Falle, weil es keine feste Rate gibt. Machen Sie daraus eine „Rate“:

  • Legen Sie direkt nach Gehaltseingang eine feste Umbuchung fest (z. B. 50–200 € – je nach Spielraum).
  • Alternativ: Ein Dauerauftrag auf ein Unterkonto, das Sie nicht für Alltagseinkäufe nutzen.

Wichtig: Lieber klein anfangen und durchhalten, statt zu hoch ansetzen und wieder ins Minus rutschen.

4) Haushaltsbuch light: 10 Minuten pro Woche reichen

Sie müssen nicht jede Ausgabe perfekt tracken. Entscheidend ist, die großen Kostentreiber zu finden:

  • Fixkosten: Miete, Strom, Versicherungen, Verträge
  • Variable Kosten: Lebensmittel, Mobilität, Freizeit
  • Unregelmäßige Kosten: Jahresbeiträge, Reparaturen, Nachzahlungen

Tipp: Einmal pro Woche kurz prüfen, ob Sie im Plan sind. So merken Sie früh, wenn es wieder Richtung Minus geht.

5) Dispo ablösen: Ratenkredit oder Rahmenkredit prüfen

Wenn Sie seit Monaten im Dispo hängen, lohnt sich oft eine Ablösung durch einen günstigeren Kredit.

Ratenkredit (klassisch)

  • fester Zinssatz
  • feste Laufzeit
  • feste Monatsrate
  • klares Ende der Schulden

Rahmenkredit (flexibel)

  • funktioniert ähnlich wie Dispo
  • oft günstiger
  • aber nur sinnvoll, wenn Sie wirklich regelmäßig tilgen

Merksatz: Wenn Sie „dauerhaft im Minus“ sind, ist der Dispo fast nie die günstigste Lösung.

6) Dispo-Rahmen reduzieren: Schutz vor dem Rückfall

Klingt ungewohnt, wirkt aber stark: Ein hoher Dispo ist wie ein offenes „Notfallbudget“.

  • Bitten Sie Ihre Bank, den Dispo schrittweise zu senken (zum Beispiel in Etappen).
  • Ziel: Sie verhindern, dass ein kurzer Engpass wieder zur Dauerüberziehung wird.

Das ist besonders hilfreich, wenn der Dispo bisher „normal“ geworden ist.

7) Einnahmen erhöhen oder Kosten senken: ein Hebel reicht oft

Wenn die Rechnung dauerhaft nicht aufgeht, braucht es eine klare Stellschraube:

Schnelle Kostensenker

  • Tarifwechsel bei Strom/Internet/Mobilfunk
  • Versicherungen prüfen
  • Abos und Mitgliedschaften reduzieren

Schnelle Zusatzeinnahmen

  • Nebenjob (auch kurzfristig/temporär)
  • Verkauf ungenutzter Dinge
  • Rückzahlungen einfordern (z. B. Abos, Kautionen, zu viel gezahlte Gebühren)

Wichtig: Zusatzeinnahmen wirken nur, wenn sie nicht sofort wieder ausgegeben, sondern direkt zur Dispo-Reduzierung genutzt werden.

Bonus: Was tun, wenn die Bank den Dispo kürzt oder kündigt?

Banken können den Dispo reduzieren oder kündigen. Dann gilt:

  • Priorisieren Sie lebenswichtige Zahlungen (Miete, Strom, Krankenversicherung).
  • Sprechen Sie frühzeitig mit der Bank über eine Lösung (Rückführung, Ratenplan).
  • Wenn es eng wird: Verbraucherberatung oder Schuldnerberatung kann helfen.

Dispo ausgleichen gelingt mit Plan – nicht mit Druck

Der Dispo wird teuer, wenn er zum Dauerzustand wird. Mit einem klaren Vorgehen können Sie ihn Schritt für Schritt abbauen:

  • Zinsen prüfen und Dispo einfrieren
  • automatische Tilgung einrichten
  • Budget vereinfachen statt perfektionieren
  • bei Dauerminus: günstigere Kreditlösung prüfen
  • Rückfall verhindern durch Limits und Dispo-Reduktion