Kreditkarte ist nicht gleich Kreditkarte: In Deutschland werden verschiedene Kartentypen genutzt, die sich vor allem durch Abrechnungsweise, Kosten, Zinsen, Kreditrahmen und Akzeptanz unterscheiden. Wer die Unterschiede kennt, kann schneller entscheiden, welche Karte zum eigenen Alltag passt – ob für Reisen, Online-Shopping oder die tägliche Nutzung.
In diesem Überblick erfahren Sie, welche Arten von Kreditkarten in Deutschland es gibt, wie sie funktionieren und für wen sie jeweils sinnvoll sind.
Welche Kreditkartenarten gibt es in Deutschland?
In Deutschland lassen sich Karten grob in vier Hauptarten einteilen:
- Charge Card (klassische Kreditkarte mit Monatsabrechnung)
- Revolving Card (Kreditkarte mit Teilzahlung/Raten)
- Prepaid-Kreditkarte (Guthabenbasis)
- Debitkarte (Sofortabbuchung vom Girokonto)
Wichtig: Im Alltag wird oft jede Visa- oder Mastercard-Karte „Kreditkarte“ genannt – technisch ist das aber nicht immer korrekt. Besonders Debitkarten werden häufig mit echten Kreditkarten verwechselt.
1) Charge Card: Die klassische Kreditkarte mit Monatsabrechnung
Die Charge Card ist in Deutschland eine der bekanntesten „echten“ Kreditkartenarten.
So funktioniert sie
- Alle Kartenzahlungen werden gesammelt
- Einmal pro Monat wird der Gesamtbetrag in einer Summe vom Girokonto abgebucht
- In der Regel fallen keine Zinsen an, solange fristgerecht bezahlt wird
Vorteile
- gute Kostenkontrolle durch Monatsabrechnung
- oft zusätzliche Leistungen (z. B. Versicherungen, Bonusprogramme)
- häufig hohe Akzeptanz (auch im Ausland)
Nachteile
- keine flexible Ratenzahlung
- Girokonto muss zum Abrechnungstermin ausreichend gedeckt sein
Geeignet für: Berufstätige, Reisende, alle mit stabilem Einkommen und Wunsch nach Übersicht.
2) Revolving Card: Kreditkarte mit Teilzahlung (Achtung: hohe Zinsen)
Die Revolving-Kreditkarte bietet maximale Flexibilität – kann aber schnell teuer werden.
So funktioniert sie
- Sie erhalten einen Kreditrahmen
- Sie können entscheiden, ob Sie den Betrag voll oder in Raten zurückzahlen
- Bei Teilzahlung fallen oft hohe Sollzinsen an
Vorteile
- finanzieller Spielraum bei größeren Ausgaben
- Teilzahlung möglich (flexibel)
- häufig Extras wie Cashback oder Versicherungen
Nachteile
- Teilzahlung ist oft sehr teuer
- Risiko einer Schuldenfalle, wenn nur Mindestbetrag gezahlt wird
Geeignet für: erfahrene Nutzer mit hoher Disziplin, die Teilzahlung nur im Ausnahmefall nutzen.
3) Prepaid-Kreditkarte: Kreditkarte auf Guthabenbasis
Die Prepaid-Kreditkarte funktioniert nur, wenn vorher Geld aufgeladen wurde.
So funktioniert sie
- Karte wird mit Guthaben aufgeladen
- Sie können nur ausgeben, was verfügbar ist
- kein Kreditrahmen, keine Verschuldung
Vorteile
- volle Kostenkontrolle
- oft ohne SCHUFA-Prüfung
- ideal für Jugendliche oder Einsteiger
Nachteile
- nicht überall akzeptiert (z. B. bei Hotels, Mietwagen)
- Zusatzleistungen meist begrenzt
- teilweise Gebühren für Aufladung oder Nutzung
Geeignet für: Jugendliche, Personen mit schwächerer Bonität, Budget-orientierte Nutzer.
4) Debitkarte (Visa/Mastercard Debit): Sofortabbuchung statt Kredit
Die Debitkarte wird oft fälschlich als Kreditkarte bezeichnet, ist aber technisch anders.
So funktioniert sie
- Zahlungen werden direkt vom Girokonto abgebucht (oft taggleich)
- kein Kreditrahmen
- keine Monatsabrechnung wie bei Charge Cards
In Deutschland ist die klassische Debitkarte lange Zeit vor allem die girocard gewesen. Heute sind jedoch Visa Debit und Mastercard Debit stark verbreitet – besonders bei Direktbanken.
Vorteile
- hohe Kontrolle, da sofortige Abbuchung
- meist günstiger oder kostenlos
- gute Akzeptanz im Alltag und zunehmend auch online
Nachteile
- keine Kreditfunktion
- bei Hotels/Mietwagen kann es Einschränkungen geben (je nach Anbieter)
- weniger Premium-Leistungen
Geeignet für: Alltagsnutzer, Studierende, alle, die volle Kostenkontrolle wollen.
Wichtige Unterschiede im Vergleich (kurz erklärt)
Abrechnung & Zinsen
- Charge Card: Abrechnung monatlich, meist zinsfrei
- Revolving Card: Teilzahlung möglich, oft hohe Zinsen
- Debitkarte: Sofortabbuchung, keine Zinsen
- Prepaid: nur Guthaben, keine Zinsen
Kreditrahmen
- Charge/Revolving: ja
- Debit/Prepaid: nein
SCHUFA & Bonität
- Charge/Revolving: meist SCHUFA-Prüfung und ausreichende Bonität nötig
- Prepaid: oft ohne SCHUFA möglich
- Debit: häufig weniger strenge Prüfung, da kein Kreditrahmen
Akzeptanz in Deutschland und weltweit
- Visa/Mastercard: sehr hohe Akzeptanz
- Debitkarten: im Alltag sehr gut, international meist gut
- Prepaid: kann bei Hotels/Mietwagen problematisch sein
Welche Kreditkarte ist die richtige? (schnelle Orientierung)
Sie wollen volle Kontrolle im Alltag?
Debitkarte
Sie möchten einmal im Monat gesammelt zahlen (ohne Raten)?
Charge Card
Sie brauchen Flexibilität bei größeren Ausgaben?
Revolving Card (aber Zinsen unbedingt prüfen)
Sie möchten keine SCHUFA-Prüfung und keine Schulden riskieren?
Prepaid-Kreditkarte
Der beste Kartentyp ist der, der zu Ihrem Alltag passt
In Deutschland gibt es vier zentrale Kartenarten, die sich deutlich unterscheiden. Wer die Abrechnungsmodelle versteht, kann Gebühren und teure Zinsen vermeiden – und die Karte wählen, die wirklich zum eigenen Lebensstil passt.
Für viele Menschen ist die beste Kombination:
- Debitkarte für den Alltag
- Charge Card für Reisen und Online-Zahlungen
- Prepaid als sichere Zusatzkarte oder für Einsteiger